Das wichtigste Wildkatzengebiet in Nordrhein-Westfalen ist die Eifel mit geschätzten 200 bis 300 Tieren. Während sie in den anderen Landesteilen von NRW vor etwa 100 Jahren als ausgerottet galt, konnte sie in der Eifel überleben. Dort bildeten sich dann auch wieder größere Quellpopulationen, um den Rest Nordrhein-Westfalens neu zu besiedeln. Zudem kehrte die Wildkatze aus Niedersachsen, Hessen und Rheinland-Pfalz nach und nach in einige Waldgebiete von Nordrhein-Westfalen zurück.

Aktuell gibt es weitere größere Wildkatzenpopulationen im:

  • Eggegebirge und dem östlich angrenzenden Bereich zur Weser
  • Arnsberger Wald, Briloner Wald
  • Rothaargebirge
  • Kottenforst/Ville (Hier erfolgte der Nachweis Ende 2012 vom BUND)

Darüber hinaus gibt es teils vermehrte Einzelnachweise aus dem Sauerland und dem Siebengebirge. In 2015 konnten auch einige Wildkatzen-Haarproben im Lohmarer Wald bei Köln und in der Leuscheid im Bergischen Land gesammelt werden.

 

Verbreitung der Wildkatze in Nordrhein-Westfalen
Copyright: BUND

Nachfolgend finden Sie weitere, teilweise interaktive Verbreitungskarten der Europäischen Wildkatze für Nordrhein-Westfalen:

 

Wiederbesiedelung

In den letzten 20 Jahren konnte die Wildkatze einige ihrer ursprünglichen Verbreitungsgebiete zurück erobern. Das hat mehrere Gründe. Vor allem haben die großen Stürme der letzten Jahrzehnte Windwürde mit hoher  Dynamik/Steppenstrukturen geschaffen, welche reich an Beutetieren sind. Aber auch die zunehmende Nutzung der Waldrandstrukturen und des Offenlandes durch die Wildkatze eröffnet ihnen neue Besiedelungsgebiete. Dieser Umstand ist vermutlich auf die Umsetzung der Schonzeit für Wildkatzen zurückzuführen. Der Klimawandel hilft den Wildkatzen zudem; mildere Winter erhöhen die Überlebensrate der Jungtiere. Zudem ist die Forstwirtschaft in den letzten Jahrzehnten naturnaher geworden und die Bedeutung von Schutzgebieten nimmt ebenso zu.

So können wir gerade auf rechtsrheinischer Seite in Nordrhein-Westfalen eine Ausbreitung der Wildkatze beobachten.

Eine Zusammenfassung der rechtsrheinischen Bestandssituation, Populationsstatus, Wanderwegen und Ausbreitungskorridoren gibt der BUNDhintergrund „Die Wildkatze kehrt zurück“ (Februar 2011; 1,3 MB).

Basis für diesen BUNDhintergrund ist eine Studie zu den rechtsrheinischen Wildkatzenbeständen, die von dem Wildkatzenexperten Manfred Trinzen im Auftrag von BUND und dem Landesamt für Naturschutz (LANUV) aus detaillierten Landnutzungsdaten sowie Wildkatzenmeldungen aus dem rechtsrheinischen Teil Nordrhein-Westfalens erstellt wurde.

Für die weitere Förderung der Wildkatze und ihrer Ausbreitung fließt in NRW mittlerweile der detailliert modellierte länderspezifische BUND Wildkatzenwegeplan NRW mit in die Planungen ein.