Hauptgefährdungsursachen sind lebensraumzerstörende oder -isolierende Maßnahmen durch Forst- und Landwirtschaft und der Ausbau von Verkehrswegen (einschließlich Forststraßen und Wanderwege im Wald). Neben Verkehrstod und direktem Lebensraumverlust wirkt sich vor allem Zerschneidung und Isolation von Lebensräumen für viele Arten negativ aus. Dies kann zu geringer Individuenanzahl, bis zu genetischer Verarmung und zuletzt auch zu lokalem Aussterben von Populationen oder auch Arten führen.

Man schätzt heutzutage, dass etwa 10% aller Wildkatzen in Deutschland jährlich überfahren werden. Der Straßentot ist die häufigste nicht natürliche Todesursache. Leider gibt es bisher in Nordrhein-Westfalen noch kein Totfundmonitoring, wie etwa im Land Hessen.

Melden Sie, wenn Sie eine überfahrene Wildkatze sehen. Alle Informationen finden Sie hier.

weitere Gefahren:

  • Zerschneidungswirkungen/Barrieren (Verkehrswege, Zäune) und Zerstörung oder Umgestaltung von Wanderkorridoren (Waldsäume, Gehölzstreifen in der Agrarlandschaft, naturnahe Gewässerufer) führen zur teilweisen oder vollständigen reproduktiven Isolation von Vorkommen
  • Reduzierung oder Zerstörung alter, lichter Laubmischwälder, Beeinträchtigung reich gegliederter Waldsäume und Beseitigung anderer besonderer Lebensraumelemente im Wald (Felsnasen, Holzstubben etc.) führen zum Verlust von Jagdgebieten, Sonnen- und Ruheplätzen und Wanderrouten
  • Die Übertragung von Krankheiten von Hauskatzen auf Wildkatzen
  • Die Bastardierung mit Hauskatzen tritt in Deutschland in weniger als 4% der Population, ist aber z.B. in anderen Ländern wie etwa Schottland oder Ungarn relevant
  • Zäune aus Knotengittern sind Todesfallen, da sich die Tiere beim Überklettern mit den Krallen verfangen können oder mit den Läufen  „einfädeln“ .

Wie etwa in diesem Fall, der noch einmal gut ausgegangen ist:

Besonders während der Jungenaufzucht wirken sich folgende Faktoren stark negativ auf die Wildkatze aus:

  • Fehlen geeigneter Wurforte (v.a. Baumhöhlen) führt zu erhöhter Jungensterblichkeit
  • Maschinelle Räumung von Windwurfflächen (Stämme, Kronen, Wurzeln) kann Verstecke zerstören und Jungtiere verletzen oder töten
  • Fehlbejagung bei Jagd auf verwilderte Hauskatzen, Bau- und Fallenjagd (Totschlagfallen) und das Ausmähen (die Katze versteckt sich im Gras und wird durch die Mähmaschine getötet) von Wildkatzen auf Wiesen im Waldnahen Bereich können zum Verlust des Muttertieres und damit des gesamten Wurfes führen
  • Störungen durch eine intensive Freizeitnutzung (insbesondere wenn Hunde nicht angeleint werden) können zur Aufgabe des Wurfes oder einer schlechten Nahrungsversorgung der Jungtiere führen
  • Besucher der Wäldern „entführenkleine Wildkatzen aus dem Wald, entweder aus Unwissenheit oder weil sie glauben, die jungen sind zurückgelassen worden. Was zu tun ist, wenn Sie oder ein Bekannter eine kleine Wildkatze eingesammelt hat, lesen Sie hier.

Wenn einmal junge Wildkatzen aus dem Wald herausgenommen wurden, ist es wichtig, diese so schnell wie möglich in erfahrene Hände zu geben. Denn eine Auswilderung der kleinen Kätzchen ist möglich! Hier lesen Sie ein positives Beispiel von Mogli und das von Brüderchen und Schwesterchen.

Es kann aber auch zu einem tödlichen und tragischen Ende kommen. Bitte achten Sie darauf, dass sich so ein negatives Beispiel nicht wiederholen kann. Klären Sie Ihre Mitmenschen auf, KEINE kleinen Katzen aus dem Wald mitzunehmen.

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